Gegen jede Verfügung können Sie innert 30 Tagen bei der Stelle Einsprache erheben, die verfügt hat (Art. 52 ATSG). Die Einsprache ist kostenlos, muss aber schriftlich, unterschrieben und begründet sein.
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Senden Sie die Einsprache eingeschrieben und bewahren Sie den Beleg auf. Fehlt etwas Wesentliches, setzt Ihnen die Stelle eine Nachfrist (Art. 10 Abs. 5 ATSV). Eine fehlende Unterschrift bei einer E-Mail-Einsprache wird aber nicht nachträglich geheilt, wenn die Frist abgelaufen ist (BGE 142 V 152).
| Grund | Fall | Verschulden | Tage | Raster |
|---|---|---|---|---|
| Ungenügende Arbeitsbemühungen während der Kündigungsfrist | Kündigungsfrist 1 Monat | leicht | 3–4 | D79 1.A |
| Kündigungsfrist 2 Monate | leicht | 6–8 | D79 1.A | |
| Kündigungsfrist 3 Monate oder mehr | leicht | 9–12 | D79 1.A | |
| Keine Arbeitsbemühungen während der Kündigungsfrist | Kündigungsfrist 1 Monat | leicht | 4–6 | D79 1.B |
| Kündigungsfrist 2 Monate | leicht | 8–12 | D79 1.B | |
| Kündigungsfrist 3 Monate oder mehr | leicht–mittel | 12–18 | D79 1.B | |
| Ungenügende Arbeitsbemühungen (Kontrollperiode) | zum 1. Mal | leicht | 3–4 | D79 1.C |
| zum 2. Mal | leicht | 5–9 | D79 1.C | |
| zum 3. Mal | leicht–mittel | 10–19 | D79 1.C | |
| Keine Arbeitsbemühungen (Kontrollperiode) | zum 1. Mal | leicht | 5–9 | D79 1.D |
| zum 2. Mal | leicht–mittel | 10–19 | D79 1.D | |
| Arbeitsbemühungen zu spät eingereicht | zum 1. Mal | leicht | 5–9 | D79 1.E |
| zum 2. Mal | leicht–mittel | 10–19 | D79 1.E | |
| Zumutbare befristete Stelle oder Zwischenverdienst abgelehnt | Dauer 1 Woche | leicht | 3–5 | D79 2.A |
| Dauer 2 Wochen | leicht | 6–10 | D79 2.A | |
| Dauer 3 Wochen | leicht | 10–15 | D79 2.A | |
| Dauer 4 Wochen | leicht–mittel | 15–20 | D79 2.A | |
| Dauer 2 Monate | mittel | 20–27 | D79 2.A | |
| Dauer 3 Monate | mittel | 23–30 | D79 2.A | |
| Dauer 4 Monate | mittel–schwer | 27–34 | D79 2.A | |
| Dauer 5 Monate | schwer | 30–37 | D79 2.A | |
| Dauer 6 Monate | schwer | 34–41 | D79 2.A | |
| Zumutbare unbefristete Stelle abgelehnt | zum 1. Mal | schwer | 31–45 | D79 2.B |
| zum 2. Mal | schwer | 46–60 | D79 2.B | |
| Beratungs- oder Kontrollgespräch bzw. Infotag verpasst | zum 1. Mal | leicht | 5–8 | D79 3.A |
| zum 2. Mal | leicht | 9–15 | D79 3.A | |
| Andere Weisung des RAV nicht befolgt (z.B. Unterlagen, Termin Berufsberatung) | zum 1. Mal | leicht | 3–10 | D79 3.B |
| zum 2. Mal | leicht–mittel | mind. 10 | D79 3.B | |
| Programm zur vorübergehenden Beschäftigung nicht angetreten oder abgebrochen | 1. Mal, nicht angetreten | mittel | 21–25 | D79 3.C |
| 1. Mal, abgebrochen | mittel | 16–20 | D79 3.C | |
| 2. Mal, nicht angetreten | mittel–schwer | 31–37 | D79 3.C | |
| 2. Mal, abgebrochen | mittel–schwer | 24–30 | D79 3.C | |
| Kurs nicht angetreten oder abgebrochen | Kurs unter 10 Tagen | leicht | 1–9 | D79 3.D |
| Kurs ca. 3 Wochen | leicht | 10–12 | D79 3.D | |
| Kurs ca. 4 Wochen | leicht | 13–15 | D79 3.D | |
| Kurs ca. 5 Wochen | mittel | 16–18 | D79 3.D | |
| Kurs ca. 10 Wochen | mittel | 19–20 | D79 3.D |
Quelle: SECO, Weisung AVIG ALE, Stand 1.1.2026, Einstellraster D75 (Arbeitslosenkassen) und D79 (KAST/RAV). Verschuldensstufen nach Art. 45 Abs. 3 AVIV: leicht 1–15, mittel 16–30, schwer 31–60 Tage. Das Raster ist eine Entscheidungshilfe; die Stelle muss alle Umstände berücksichtigen und Abweichungen begründen (D72, D74). Bei schwerem Verschulden ist vom Mittelwert 45 Tage auszugehen (D77).
Während der Einstellung erhalten Sie kein Taggeld. Das Taggeld beträgt 80 % des versicherten Verdienstes, 70 % für Versicherte ohne Unterhaltspflicht gegenüber Kindern unter 25 Jahren, mit einem vollen Taggeld über CHF 140 und ohne IV-Rente ab 40 % (Art. 22 AVIG). Der Tagesverdienst ist der Monatsverdienst geteilt durch 21,7 (Art. 40a AVIV); versichert sind höchstens CHF 12'350 pro Monat (CHF 148'200 pro Jahr).
Beispiel: versicherter Verdienst CHF 6'000, Satz 80 %: Taggeld CHF 6'000 / 21,7 × 0,8 = CHF 221.20. 31 Einstelltage kosten rund CHF 6'857, 45 Tage rund CHF 9'954. Die Einstelltage werden zudem an die Höchstzahl der Taggelder angerechnet (Art. 30 Abs. 3 AVIG).
| Regel | Inhalt | Grundlage |
|---|---|---|
| Frist | 30 Tage, Beginn am Tag nach der Zustellung | Art. 52 Abs. 1, Art. 38 Abs. 1 ATSG |
| Fristenstillstand | 7 Tage vor bis 7 Tage nach Ostern, 15. Juli–15. August, 18. Dezember–2. Januar | Art. 38 Abs. 4 ATSG |
| Fristende Sa/So/Feiertag | nächster Werktag | Art. 38 Abs. 3 ATSG |
| Nicht abgeholtes Einschreiben | gilt am 7. Tag nach dem Zustellversuch als zugestellt | Art. 38 Abs. 2bis ATSG |
| Form | schriftlich, unterschrieben, mit Antrag und Begründung; E-Mail genügt nicht | Art. 10 ATSV; BGE 142 V 152 |
| Fristwahrung | Übergabe an die Post am letzten Tag | Art. 39 ATSG |
| Kosten | kostenlos | Art. 52 Abs. 3 ATSG |
| Akten | Recht auf Akteneinsicht | Art. 47 ATSG |
Quellen: ATSG (SR 830.1), ATSV (SR 830.11), AVIG (SR 837.0), AVIV (SR 837.02), Weisung AVIG ALE des SECO (Stand 1.1.2026). Geprüft am 19.10.2026.
Ja, sie braucht einen Antrag und eine Begründung (Art. 10 Abs. 1 ATSV). Sie können aber Akteneinsicht verlangen und sich vorbehalten, die Begründung danach zu ergänzen.
Tage, an denen Sie trotz Arbeitslosigkeit kein Taggeld erhalten, weil Ihnen die Arbeitslosenkasse oder das RAV ein Fehlverhalten vorwirft (Art. 30 AVIG). Pro Grund sind es höchstens 60 Tage. Die Tage werden an die Höchstzahl Ihrer Taggelder angerechnet.
30 Tage ab dem Tag nach der Zustellung der Verfügung (Art. 52 und 38 ATSG). Über Ostern, vom 15. Juli bis 15. August und vom 18. Dezember bis 2. Januar steht die Frist still. Endet sie an einem Wochenende oder Feiertag, verschiebt sie sich auf den nächsten Werktag. Unser Rechner zeigt das Datum.
Nein. Die Einsprache gegen eine Verfügung der Arbeitslosenversicherung muss schriftlich und unterschrieben sein (Art. 10 ATSV). Eine gewöhnliche E-Mail genügt nicht (BGE 142 V 152). Senden Sie den unterschriebenen Brief per Post, am besten eingeschrieben.